Best of 2017

Unsere Empfehlungen

Hier sind sie, die Alben, die wir von Januar bis Dezember rauf- und runtergehört haben. Vom Hip-Hop König Kendrick bis zu Lordes eindrucksvollem zweiten Album: Wir haben hier unsere Top 10 zusammengestellt - weitere erstklassige Alben aus 2017 kann man darunter finden.

Die Top 10

  • Lorde - Melodrama (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Nicht viele 16-Jährige wären wohl in der Lage dazu, dem Druck der Öffentlichkeit standzuhalten, aber es gibt ja auch nicht viele 16-Jährige, die einst von David Bowie als „Zukunft der Musik“ betitelt wurden. Ella Yelich-O’Connor ist und bleibt einzigartig auf ihrem ausgezeichneten zweiten Album. Melodrama ist co-produziert von Bleachers‘ Jack Antonoff und befasst sich mit Lordes Erwachsenwerden im Scheinwerferlicht, welches von außergewöhnlicher Reife und Offenheit strotzt – von wilden Nächten („Perfect Places“), Begierde („Louvre“), Herzschmerz („Green Light“) und Rache („Write In The Dark!) bis hin zu Selbstakzeptanz „(„Liability“). Ganz ohne Frage bisher eines des besten Pop-Alben des Jahres 2017.
  • Muna - About U
    • 16-bit FLAC
    Katy Perry hat zwar erst vor kurzer Zeit den Begriff “zweckmäßiger Pop” ins Leben gerufen, aber MUNA praktizieren dieses Genre schon seit 2013, das Jahr in dem die Gruppe entstand. Von LGBT-Hymne „I Know A Place“ und Slut-Shaming Kritik „So Special“ – bis hin zu ihrer Entscheidung alle Pronomen geschlechtsneutral zu halten: Das Trio aus LA predigt Toleranz und Mitgefühl und vernetzt dabei sozialbewusste Messages mit synth-igen Melodien. About U sticht heraus im Genre in Sachen ungefilterter Selbstausdruck sowie wasserdichtes Pop-Songwriting - ohne Frage eines der bezauberndsten Alben des Jahres 2017 bisher.
  • Beatsteaks - YOURS
    • 16-bit FLAC
    Manche bösen Zungen munkeln, dass die Beatsteaks schon lange Schnee von gestern sind und Punkrock auf jeden Fall tot ist. Auf ihrem achten Studioalbum beweist das Quintett aus Berlin das Gegenteil und schleudert sich direkt raus aus der eigenen Komfortzone. Sind wir bereit für dieses experimentelle Album? Es gibt eine Mischung aus Stilen, Sprachen und Kollaborationen (Farin Urlaub, Jamie T, Chad Price), sodass hier für Jeden etwas dabei ist, egal ob Pop-, Indie-, Punk- oder Dance-Liebhaber. Ganze 21 Songs re-definieren hier die Gruppe, die doch schon seit über zwei Jahrzehnten Musik macht – vor der Band, die das nach so langer Zeit noch schafft, ziehen wir unseren Hut!
  • Liam Gallagher - As You Were (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    In Anbetracht der Tatsache, dass Liams Veröffentlichungen mit Beady Eye eher mit geteilter Meinung aufgenommen wurde, kann es gut sein, dass die Idee, dass Noel eventuell der einzige Gallagher-Bruder sein könnte, der auch nach Oasis noch interessante Musik machen kann, sich in ihrem Kopf schon verfestigt hat. Wenn dem so sein sollte ist es jetzt an der Zeit, diese Vorurteile zur Seite zu legen, denn Liams Solo-Debüt ist fast so unterhaltsam wie die Interviews, die er vor Veröffentlichung gab. Erschaffen mit In Rainbows-Toningenieur Dan Grech-Marquerat und dem Grammy-ausgezeichneten Greg Kustin ist As You Were erfolgreich darin, Liams Sound voranzubringen aber gleichzeitig dem Oasis- Temperament treu zu bleiben. Es ist ein passendes Werk eines der charismatischsten Frontmänner dieser Generation.
  • Kendrick Lamar - DAMN. (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Sei es Pitchfork, Pigeons and Planes oder Rolling Stone und Billboard: Im Jahre 2015 gab es wohl kaum eine “Best Of” Liste in der To Pimp A Butterfly nicht an der Spitze lag. Falls Kendrick Lamar sehr besorgt gewesen sein sollte, an sein, wie FACT Magazine es nannte, “magnum opus” anzuschließen, so hatte er sich augenscheinlich dazu entschieden, sich nicht näher mit dem Thema zu befassen und stattdessen die Demo Kollektion Unittled Unmastered in 2016 zu veröffentlichen. Jetzt folgt das vierte Album, auf dem sich die die Karten noch einmal gehörig neu mischen. Die ruppigen Jazzeinflüsse gehören der Vergangenheit an und weichen losen, verspielten Grooves, die ihre Wurzeln im 70ies Soul und Psych finden. DAMN mag vielleicht musikalisch zugänglicher sein, büßt aber keinesfalls Qualität ein.
  • Björk - Utopia (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Wie toppt man ein Album so verwüstend wie Vulnicura? Für Normalsterbliche mag das schwierig sein, aber die isländische Nymphen-Göttin Björk hat in ihrer Karriere konstant herausragende, verblüffende Alben herausgebracht. Es gab nie einen Zweifel, dass Utopia exzellent sein würde, trotzdem haut einen die seltsame Aura dieses Albums um: Dieses Werk befördert einen schnurstracks in einen mystischen Wald in dem Harfen und magische Flöten klingen, untermalt von Björks bemerkenswerten aber gleichzeitig sanften Stimme. Anders als der düstere Vorgänger befasst sich Utopia auf epische Weise mit Licht und Leichtigkeit, der Natur, femininer Kraft und der süßen Möglichkeit, sich in diesem digitalen Zeitalter zu verlieben.
  • Laura Marling - Semper Femina (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    Als alleinstehender Begriff bedeutet “semper femina” so viel wie “immer eine Frau” – im Kontext des Zitats von Vergil aber bedeutet es „launenhaft und wankelmütig ist die Frau“. Diese Polarität ist das Fundament für Laura Marlings sechstes Studioalbum; ein Werk, das mit Stereotypen rund um künstlerische Muse und weiblicher Kreativität aufräumen will. Marling ist in Top-Form und hat sich mit Alabama Shakes-Produzent Blake Mills zusammengetan und ihre Folk-Songs mit wunderschönen Streicharrangements ausgeschmückt, seien das die Violinen in „The Valley“ oder der Kontrabass in „Soothing“.
  • Goldfrapp - Silver Eye
    • 24-bit FLAC
    Wenn man Goldfrapps Back-Katalog so durchgeht, dann findet man eine ziemlich gleichmäßig verteilte Mischung von Black Cherry-esque Elektro und epischer, Felt Mountain-style Theatralik. Für dieses siebte, vom Mond inspirierte Studioalbum, produziert von The Haxan Cloaks Bobby Krlic und St. Vincent und Wild Beasts-Kollaborateur John Congleto, hat das Duo sehr erfolgreich diese beiden Stile verbunden. Alison Goldfrapp und Will Gregory sind Meister der Atmosphäre und der filmischen Melodien. Kann endlich jemand kommen und bei diesen beiden den nächsten Bond-Titelsong in Auftrag geben?
  • Kelela - Take Me Apart
    Take Me Apart Kelela 06.10.2017
    Schimmernd mit dem polierten und futuristischen Versprechen eines Janet Jackson Albums kommt Kelela Mizanekristos‘ lang ersehntes Debütalbum daher. Mit dem Cut 4 Me Mixtape und der Hallucinogen EP machte Kelela sich einen Namen als geschmeidige Vokalistin mit einem deutlich ungewöhnlichen Sound-Style. Auf Take Me Apart ist dies aber unter einen Hut gebracht - mit verträumtem Gesang und prismatischer, eindringlicher Produktion von Jam City, Arca und Konsorten. Es strotzt nur vor eindrucksvoller Vulnerabilität, die romantische Beziehungen umgibt – sei es die Frage „will your love ruin my heart?“; das Abwägen der letzten Trennung; das Organisieren von lockeren One Night Stands oder sogar Wahrheit oder Pflicht in den Bettlaken. Take Me Apart ist ein großartiges, verführerisches Werk, auf dem Kelela so nackt ist wie das Cover sie zeigt.
  • Kraftklub - Keine Nacht für Niemand
    • 16-bit FLAC
    Für Lyrics mit etwas mehr Tiefgang als die deutsche Musikszene gewohnt ist, sind die Chemnitzer bekannt und auch auf diesem Album liefert Felix Brummer ab, wenn auch die Interpretation eines Konzeptalbums einige Fragen aufwirft. Drei Jahre mussten Fans warten bis Anfang des Jahres endlich eine Single (ungewohnt ruhig) und jetzt dieses Album erschienen. Bislang als Indie-Rockband tituliert, befreit sich Kraftklub aus dieser Schublade und provoziert, vor allem in „Dein Lied“, in dem sie Rüpel-Rapper Lyrics statt nette Indie-Zeilen mit Streichern paaren – gewollt politisch inkorrekt. Alles in allem ist dieses Album sicher nichts für alle eingesessenen Kraftklub-Fans, dennoch wird es der Truppe dazu verhelfen, ihren Status und etablierten Namen weiter auszubauen.

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