Best of 2015

Die besten Alben des Jahres im Überblick

Es war ein gefühlsbetontes Jahr. Sufjan Stevens hat uns zu Tränen gerührt, Björk hat die Schmerzen ihrer Trennung mit uns geteilt und Father John Misty erneut bewiesen wie schön es ist, verliebt zu sein. Doch auch für Freunde der elektronischen Tanzmusik gab es Highlights: Jamie xx und Floating Points haben mit ihren ersten Langspielern beeindruckt, Kendrick Lamar wurde zum Hip Hop König gekrönt und Leon Bridges hat 2015 für Soul gesorgt. Finde hier die besten Alben des Jahres im Überblick.

Die Top10 des Jahres

  • Sufjan Stevens - Carrie & Lowell
    • 16-bit FLAC
    Auf sein neues Album Carrie & Lowell angesprochen sagt Sufjan Stevens “Das ist nicht mein Kunstprojekt, das ist mein Leben”. Das glaubt man ihm bereits bei den ersten Klängen des Openers “Death With Dignity”. Stevens lässt uns teilhaben wie er versucht den Tod seiner Mutter zu verarbeiten und beleuchtet dabei die vielen komplexen Aspekte ihrer Beziehung. Anstatt den elektronischen Einflüssen seiner 2010 erschienenen Platte Age of Adz, vertraut er hier auf seine akustische Gitarre und seine zitternde, fast zerbrechliche Stimme um seine Trauer auszudrücken. Das Ergebnis ist das wohl persönlichste, berührendste und sehr wahrscheinlich schönste Album das wir 2015 hören werden.
  • Father John Misty - I Love You, Honeybear (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Die Rolle als Fleet Foxes Drummer hat für Josh Tillmann nicht so richtig funktioniert, deswegen ist er seit 2012 auf Solo Pfaden unterwegs. Nach seinem sehr erfolgreichen Debüt Fear Fun zeigt er mit "I Love You, Honeybear" sein Talent für absurd schöne Melodien gepaart mit humoristischer Wortgewandtheit. Die Bandbreite von Mariachi-Horn bereicherten Americana (Chateau Lobby # 4) bis zu Klavier Balladen im Harry Nilsson Stil (Bored in the USA) macht dieses Album zu einem echten Klassiker mit beeindruckend innovativen Touch.
  • Jamie xx - In Colour (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Bekannt wurde Jamie Smith als “Beatmacher” bei The xx. Doch anstatt im Schatten seiner singenden Bandkollegen zu stehen beeindruckt Produzent Jamie seit Beginn mit seinen ständig wachsenden Nebenprojekten. In Colour ist das Ergebnis jahrelanger Solo-Arbeit für die in seinem dicht gefüllten Kalender nur wenig Platz blieb. Jamie`s erste Platte beeindruckt gleichermaßen mit emotionaler Tiefe und der Weiterentwicklung seines eigenen Sounds. In Colour ist ein in sich stimmiges Album das mit einem breiten Spektrum an Stilen, Emotionen und Instrumentierung glänzt. Unterstützt von Popcaan und Young Thug bei “I Know There`s Gonna Be Good Times” und seiner langjährigen Wegbegleiterin Romy Madley-Croft bei Loud Places liefert Jamie XX den Soundtrack des Sommers und darüber hinaus.
  • Björk - Vulnicura
    • 16-bit FLAC
    Als eine der außergewöhnlichsten Künstlerinnen der heutigen Zeit hat Bjork uns bereits mit vielen ihrer Alben verblüfft: egal ob Medúlla, Volta oder Biophilia. Je komplexer ihre Musik jedoch, umso schwieriger wird es als Zuhörer den Mensch hinter der Musik zu fassen. In ihrem neuesten Werk Vulnicura lässt uns die Isländerin wieder stärker an ihren Gefühlen teilhaben: das Album thematisiert die Trennung (kurz davor und danach) von ihrem langjährigen Partner Matthew Barney mit erstaunlicher Offenheit. Minimalistische Elektronik wird unterstütz von sanften Streichern die wie selten zuvor ihren Texten ungemeine Kraft und Raum geben. Vulnicura, ist nicht nur eine wunderschöne und mutige Platte, sie ist vermutlich sogar die beste seit der 2001 erschienenen Vespertine.
  • Floating Points - Elaenia
    • 16-bit FLAC
    PhD Student, ehemaliges Mitglied eines Knabenchors und leidenschaftlicher Jazz-Fan: Sam “Floating Points” Shepherds Werdegang wirkt auf den ersten Blick nicht wie “the cool kid on the block”. Man sollte sich aber nicht täuschen - das DJ Ausnahmetalent arbeitet nicht nur mit und für seine Freunde Four Tet und Caribou sondern auch an seiner eigenen Musik, wie zum Beispiel an seiner EP Nuits Sonoires. Die schafft es klassische Instrumente mit Elektronik zu mischen und neuen Sound erzeugen ohne sich auf die absolute Harmonie zu fokussieren. Die sieben Tracks sind durchdacht und detailverliebt, kein Wunder, dass es sechs Jahre gedauert hat diese feinen Arrangements fertigzustellen. Mit Elaenia liefert Sheperd eines der beeindruckensten Debüts 2015.
  • Foals - What Went Down
    • 16-bit FLAC
    • Angebot
    Inspiriert von der wilden und unbändigen Kraft ihrer Holy Fire Tour flogen Foals direkt nach Frankreich um mit James Ford (Simian Mobile Disco) diese Energie in ihr viertes Album zu packen. Ein Vorhaben das ihnen gelungen ist: Es scheint als hätten sie die Vitalität ihres Debüts Antidotes mit der Struktur des viel-gefeierten Vorgängers Holy Fire verbunden - das Ergebnis ist ein Destilat ihrer Markenzeichen: raue Sounds (What Went Down, A Knife In The Ocean), melancholiche Gitarren (London Thunder) und die eingängigen Texte von Sänger Yannis Philippakis - dieses mal gepaart mit Harmonie. “What Went Down” schießt mit seinen 10 bravorösen und doch abwechslungsreichen Songs direkt in das Nervensystem und lässt uns zappeln und wippen - am besten durch laute Boxen.
  • Kendrick Lamar - To Pimp A Butterfly (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Kendrick Lamar ist ein Poet wenn es um Worte geht, ein herausragendes Talent wenn er verschiedene Genres zusammenbringt, Radiohead zitiert und in seinen Songs Gespräche mit Tupac führt. Kendrick Lamar der als Messias der jungen Hip Hop Szene gehandelt wird scheint gerade zu übermaechtig und beeindruckt mit seiner Selbstsicherheit und seiner visionären musikalischen Arrangements. Mit seinen jungen 28 Jahren stellt er sich die grossen Fragen des Lebens, beleuchtet die Probleme der schwarzen Kultur und bringt seine Botschaft messerscharf auf den Punkt.
  • Tocotronic - Tocotronic (Das rote Album)
    • 16-bit FLAC
    Ungewohnt verschmust geben sich Tocotronic auf ihrem elften Studioalbum, denn das rote Album dreht sich um “Liebe, Erinnerung und noch mehr Liebe”. Grund genug eine “Pop-Platte” daraus zu machen, denn Liebe und Popmusik passen bekanntlich gut zusammen. Dirk von Lowtzow singt über die Erinnerungen an die Liebe als Teenager “Wir wollen in unseren Zimmern liegen und knutschen bis wir müde sind” aber auch über Zusammenhalt und die jugendliche Rebellion die die Hamburger auch in ihren 40igern noch begleitet (Solidarität, Rebel Boy). Cool und verrätselt singen Tocotronic über die Liebe, weit entfernt von jeglichen Kitsch und liefern ein erneutes Meisterwerk.
  • Leon Bridges - Coming Home
    • 16-bit FLAC
    Leon Bridges ist, wie Pop-Prinzessin Taylor Swift 25 Jahre alt. Hier endet aber auch schon die Gemeinsamkeit. Mit "Coming Home" lässt er eine vergangene Zeit wieder aufleben und der ehemalige Gospel Sänger Bridges lässt seine Liebe für Sam Cooke und Ben E King gekonnt in seine Songs einfließen. Seine natürliche Gabe für Songwriting, gemeinsam mit der Kombination aus wundervoll arrangierte Songs, Swing Beats und den warmen Klänge des Kontrabasses machen dieses Album zu eines Gustostück aus Blues-Nostalgie mit genug Originalität um auch jüngere Fans anzusprechen.
  • Unknown Mortal Orchestra - Multi-Love
    • 16-bit FLAC
    Während wir auf dem letzten Unknown Mortal Orchestra Psych-Pop Album II noch gemeinsam mit Ruban Nielson die Schmerzen der Einsamkeit ausgestanden haben so schwanken wir jetzt in das andere Extrem: die Schwierigkeiten Teil einer polygamen Beziehung zu sein. Nielson und seine Frau habe sich beide in dieselbe Frau verliebt, die zu ihnen zieht und sie dann beide mit gebrochenem Herzen zurücklässt. Furchtlos autobiografisch sind die Texte auf „Multi-Love“ und verpackt in zarten R&B, Funk und Soul Elementen. Doch bekannt wurde die Band aus Neuseeland durch ihre psychedelischen Synths und auch diese finden auf diesem emotionalen Album ihren Platz.