Best of 2017 - Die Zwischenbilanz

Von Rag'n'Bone Man bis Kraftklub

Jetzt wo wir den Mittelpunkt des Jahres 2017 überschritten haben bietet es sich an, zurückzublicken und die besten Alben des Jahres (bis jetzt) unter die Lupe zu nehmen. Von Lorde über Rag'n'Bone Man und MUNA, bis hin zu Kraftklub - hier sind die Alben, die wir von Januar bis Juni auf repeat haben laufen lassen!

Die Top 10

  • Kraftklub - Keine Nacht für Niemand
    • 16-bit FLAC
    Für Lyrics mit etwas mehr Tiefgang als die deutsche Musikszene gewohnt ist, sind die Chemnitzer bekannt und auch auf diesem Album liefert Felix Brummer ab, wenn auch die Interpretation eines Konzeptalbums einige Fragen aufwirft. Drei Jahre mussten Fans warten bis Anfang des Jahres endlich eine Single (ungewohnt ruhig) und jetzt dieses Album erschienen. Bislang als Indie-Rockband tituliert, befreit sich Kraftklub aus dieser Schublade und provoziert, vor allem in „Dein Lied“, in dem sie Rüpel-Rapper Lyrics statt nette Indie-Zeilen mit Streichern paaren – gewollt politisch inkorrekt. Alles in allem ist dieses Album sicher nichts für alle eingesessenen Kraftklub-Fans, dennoch wird es der Truppe dazu verhelfen, ihren Status und etablierten Namen weiter auszubauen.
  • Kendrick Lamar - DAMN. (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Sei es Pitchfork, Pigeons and Planes oder Rolling Stone und Billboard: Im Jahre 2015 gab es wohl kaum eine “Best Of” Liste in der To Pimp A Butterfly nicht an der Spitze lag. Falls Kendrick Lamar sehr besorgt gewesen sein sollte, an sein, wie FACT Magazine es nannte, “magnum opus” anzuschließen, so hatte er sich augenscheinlich dazu entschieden, sich nicht näher mit dem Thema zu befassen und stattdessen die Demo Kollektion Unittled Unmastered in 2016 zu veröffentlichen. Jetzt folgt das vierte Album, auf dem sich die die Karten noch einmal gehörig neu mischen. Die ruppigen Jazzeinflüsse gehören der Vergangenheit an und weichen losen, verspielten Grooves, die ihre Wurzeln im 70ies Soul und Psych finden. DAMN mag vielleicht musikalisch zugänglicher sein, büßt aber keinesfalls Qualität ein.
  • Rag'n'Bone Man - Human (Deluxe)
    • 16-bit FLAC
    Mit seinen 32 Jahren ist Rory Graham kein Neuling mehr in der Musikwelt und Einiges ist passiert, seitdem er als aufstrebender Jungle MC anfing. “Human” war 2016 einfach überall in Deutschland zu hören und mit einem BRITs Critics’ Choice Award in der Tasche folgt jetzt sein Debutalbum, welches ihn höchstwahrscheinlich auf eine noch höhere Stufe der Berühmtheit katapultieren wird. Die rauen Vocals des in Uckfield geborenen Blues-Fan werden von Pianotönen untermalt und unterstützt mit minimalistischen Hip-Hop Beats und Gospelchören – hier kann man sich sicher sein, dieses Album wird ganz groß!
  • Lorde - Melodrama (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Nicht viele 16-Jährige wären wohl in der Lage dazu, dem Druck der Öffentlichkeit standzuhalten, aber es gibt ja auch nicht viele 16-Jährige, die einst von David Bowie als „Zukunft der Musik“ betitelt wurden. Ella Yelich-O’Connor ist und bleibt einzigartig auf ihrem ausgezeichneten zweiten Album. Melodrama ist co-produziert von Bleachers‘ Jack Antonoff und befasst sich mit Lordes Erwachsenwerden im Scheinwerferlicht, welches von außergewöhnlicher Reife und Offenheit strotzt – von wilden Nächten („Perfect Places“), Begierde („Louvre“), Herzschmerz („Green Light“) und Rache („Write In The Dark!) bis hin zu Selbstakzeptanz „(„Liability“). Ganz ohne Frage bisher eines des besten Pop-Alben des Jahres 2017.
  • Goldfrapp - Silver Eye
    • 24-bit FLAC
    Wenn man Goldfrapps Back-Katalog so durchgeht, dann findet man eine ziemlich gleichmäßig verteilte Mischung von Black Cherry-esque Elektro und epischer, Felt Mountain-style Theatralik. Für dieses siebte, vom Mond inspirierte Studioalbum, produziert von The Haxan Cloaks Bobby Krlic und St. Vincent und Wild Beasts-Kollaborateur John Congleto, hat das Duo sehr erfolgreich diese beiden Stile verbunden. Alison Goldfrapp und Will Gregory sind Meister der Atmosphäre und der filmischen Melodien. Kann endlich jemand kommen und bei diesen beiden den nächsten Bond-Titelsong in Auftrag geben?
  • Dirty Projectors - Dirty Projectors
    • 24-bit FLAC
    „Ich weiß nicht, warum du mich verlassen hast; du warst mein Partner und meine Seele…” Die Atmosphäre für das Nachfolgewerk von Swing Lo Magellan ist schon in den ersten 20 Sekunden des Songs „Keep Your Name“ definiert. Das Album, welches kurz nach der Trennung von Amber Coffman, die auch einen großen kreativen Einfluss hatte, geschrieben wurde, ist das siebte, das David Longstreth unter dem Namen „Dirty Projectors“ veröffentlicht. Thematisch geht es vor allem um genau diese Beziehung; vom ersten Treffen („Up In The Hudson“) bis zum traurigen Ende („Death Spiral“). Longstreth schafft es hier, ein Album über Trennung zu gestalten, das nicht selbstgefällig wirkt. Seine herausragenden Vocals sind in erfinderischen Loops verwirrt, gepaart mit Effekten.
  • Milky Chance - Blossom
    • 16-bit FLAC
    Milky Chance erlangten internationale Anerkennung im Jahr 2014 mit ihrem Debütalbum Sadnecessary (inklusive der extrem erfolgreichen Single Stolen Dance, welche bis heute eines der am meisten gesuchten Lieder auf Shazam ist!) auf dem sie es schafften, Folk-Pop und EDM glaubhaft miteinander zu verbinden. Man spule vor zum Jahr 2017 und das zweite Album der deutschen Truppe Blossom ist hier und es gibt mehr von dem, was wir gewohnt sind: Ausgelassene Gitarren, raue und kraftlose Vocals und von House-gefärbte Beats. Bis auf das kleine Feature mit Izzy Bizu ist das Album voll und ganz Milky Chance, ein Werk, welches einfach genauso klingt, wie man es erwartet.
  • Gorillaz - Humanz (Explicit)Enthält eindeutiger Inhalt
    • 16-bit FLAC
    Die Gorillaz haben etwas ganz Besonderes – einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde als “erfolgreichster virtueller Musik-Act”. Nach fast zwei Jahrzehnten haben sie eigentlich auch den Titel als „am längsten währender virtueller Musik-Act“ obendrauf verdient – denn Konkurrenz macht 2-D, Noodle, Russell und Murdoc da kaum jemand. Was man auch nach all dieser Zeit nicht feststellen kann, ist eine Abnahme in Sachen Qualität ihrer Veröffentlichungen oder in der Auswahl der Co-Stars, die in ihren Werken mitwirken. Auf dieser fünften Studioplatte gibt es so einige Highlights, inklusive des Pop-Tunes mit Danny Brown und Kelela “Submission” oder “Charger“, mit Grace Jones. Ein Hoch auf die Gorillaz und hoffentlich gibt es sie noch mindestens zwei weitere Jahrzehnte.
  • The xx - I See You
    • 16-bit FLAC
    Wenn man vor einiger Zeit hätte raten sollen, wer von The xx eine erfolgreiche Solokarriere hinlegen würde, so hätte man eventuell auf einen der Sänger Romy Madley-Croft oder Oliver Sim getippt, aber nicht auf den total schüchternen Jamie Smith. Nichtsdestotrotz ist er es, der die Musikmainstreamszene 2015 im Sturm erobert hat und unter anderem eine Nominierung für den Mercurypreis für sein Debutwerk In Colour eingeheimst hat. Es ist umso verständlicher, dass auf dem dritten Album von The xx Smiths Einfluss mehr denn je zu hören ist. Von den Synth-Sounds und Garagenbeats des Openers “Dangerous” bis hin zu “Hold On” – es ist definitv das bisher extrovertierteste Album von The xx. Song „Replica“, der genau in der Mitte des Tracklistings sitzt, ist vielleicht sogar der bisher beste, den sie je veröffentlicht haben
  • Muna - About U
    • 16-bit FLAC
    Katy Perry hat zwar erst vor kurzer Zeit den Begriff “zweckmäßiger Pop” ins Leben gerufen, aber MUNA praktizieren dieses Genre schon seit 2013, das Jahr in dem die Gruppe entstand. Von LGBT-Hymne „I Know A Place“ und Slut-Shaming Kritik „So Special“ – bis hin zu ihrer Entscheidung alle Pronomen geschlechtsneutral zu halten: Das Trio aus LA predigt Toleranz und Mitgefühl und vernetzt dabei sozialbewusste Messages mit synth-igen Melodien. About U sticht heraus im Genre in Sachen ungefilterter Selbstausdruck sowie wasserdichtes Pop-Songwriting - ohne Frage eines der bezauberndsten Alben des Jahres 2017 bisher.

Best of the Rest